Beth Shalom Rundbrief
Mai 1998/Ijar 5758

Von der Befreiung zur Erfüllung

Rund 120 Mitglieder und Freunde von Beth Shalom haben unter der inspirierenden Leitung von Rabbiner Harry Jacobi aus London in diesem Jahr gemeinsam am zweiten Seder-Abend die Befreiung aus der Sklaverei in Mizraim gefeiert. Gigi und ihr Team sorgten für einen perfekten Ablauf, wofür allen herzlicher Dank gebührt.

Die Befreiung aus der Sklaverei bekommt ihren vollen Sinn erst dadurch, daß Gott Moses und dem Volk Israel am Sinai die Torah geschenkt hat, woran uns Schawuot erinnert. Um den Zusammenhang zwischen Befreiung und der Verkündung der Torah bewußt zu machen, haben unsere Weisen für die 49 Tage zwischen dem ersten Tag Pesach und Schawuot das Omer-Zählen eingeführt. Diese 49 Tage mahnen uns daran zu denken, daß wir erst dann wirklich frei sind, wenn wir uns darum bemühen, die uns offenbarten Gebote gegenüber Gott und den Mitmenschen zu erfüllen.

Uns gegenseitig dabei zu unterstützen, den richtigen Weg zur Erfüllung der Mizwot zu finden, ist die eigentliche Bestimmung einer jüdischen Gemeinde. Als liberale Juden stehen wir dabei vor einer schwierigen Aufgabe. Wir können uns nicht bequem an den "gedeckten Tisch" (so lautet die Übersetzung von Schulchan Aruch, der Sammlung der halachischen Regeln aus dem 16. Jahrhundert) setzen. Vielmehr müssen wir selbstverantwortlich entscheiden, wie wir der Tradition treu bleiben und gleichzeitig den Anforderungen der heutigen Zeit genügen können.

Schabbat mit James Baaden

Am 16. Mai wird Rabbinerstudenten James Baaden aus London unseren Schabbat-Gottesdienst leiten und danach jeweils einmal im Monat für ein Wochenende zu uns zu kommen. Wir möchten seine Anwesenheit auch dazu nutzen, gemeinsam mit ihm zu lernen. Daher wird es am 16. Mai in der Beth-Shalom-Synagoge um 14 Uhr einen Schiur, eine Lernstunde zum aktuellen Torahabschnitt, geben. Die Mittagspause wollen wir in einem Biergarten in der Nähe verbringen.

James Baaden steht auch zur Verfügung, wenn Sie persönliches mit ihm besprechen wollen. Bitte machen Sie dafür einen Termin aus (Tel. 89 80 93 73).

Gottesdienst-Termine

Abwechselnd am Freitag Abend und am Schabbat Vormittag finden etwa alle zwei Wochen in der Beth-Shalom-Synagoge Gottesdienste statt, und zwar am:

Freitag, 1. Mai, 19 Uhr 30

    Samstag, 16. Mai, 10 Uhr - mit Rabbinerstudenten James Baaden, anschließend um 14 Uhr Schiur

Freitag, 5. Juni, 19 Uhr 30

Samstag, 20. Juni, 10 Uhr - mit Rabbiner Walter Homolka

    kein Gottesdienst am Freitag, 3. Juli (fällt wegen dem Wochenendseminar in Arnoldshain aus, siehe unten)

    Freitag, 24. Juli, 19 Uhr 30 - mit Rabbiner Walter Homolka

    Freitag, 7. August, 19 Uhr 30 - mit Rabbinerstudent James Baaden

    Samstag, 22. August, 10 Uhr

    Freitag, 4. September, 19 Uhr 30

Für jeden Gottesdienst brauchen wir freiwillige Helfer, die vor dem Gottesdienst beim Aufstellen der Stühle und nach dem Gottesdienst beim Aufräumen helfen!

Bitte denken Sie auch daran, Ihre Spende zur Bezahlung der Putzfrau vorzubereiten (vor Schabbatbeginn in einen Umschlag stecken). Auch kleine Beträge helfen.

Ohne Oneg, das gemeinsame Essen, ist am Freitagabend der Kabalat-Schabbat-Gottesdienst nicht vollständig. Doch damit niemand hungrig und durstig bleibt, sind wir auf die Mithilfe aller angewiesen. Bitte bringen Sie Essen und Trinken mit, das für Sie, Ihre Familie und mindestens für einen Besucher reicht. Bitte nur milchiges Essen (nicht fleischig) mitbringen. Vermeiden Sie bitte Speisen, die viel Abfall machen (z.B. ungeschälte Nüsse), da wir aufräumen müssen! Im Zweifelsfall können Sie unter 0 89/89 80 93 73 nachfragen.

Friedhofsatzung verabschiedet

Nach der Konsultation unseres Oberrabbiners Dr. Walter Jacob hat der Vorstand die Friedhofsatzung verabschiedet, deren wesentliche Bestimmungen lauten:

Bestattungsrecht

Auf dem Neuen jüdischen Friedhof im Waldfriedhof München können bestattet werden:

  1. Vollmitglieder der Liberalen jüdischen Gemeinde München Beth Shalom,

  2. Personen, die der jüdischen Glaubensgemeinschaft angehören, auch wenn sie nicht Mitglied von Beth Shalom sind,

  3. Ehepartner von Personen jüdischen Glaubens, die selber dem jüdischen Glauben nicht angehören, sofern die jüdischen Angehörigen auf dem Neuen jüdischen Friedhof beerdigt sind oder dort ein Grabrecht besitzen.

Es wird ein gesonderter Teil des Neuen jüdischen Friedhofs im Waldfriedhof München ausgewiesen, in dem ausschließlich Angehörige der jüdischen Glaubensgemeinschaft beerdigt werden. Die Beerdigung von Juden und Nichtjuden in einem gemeinsamen Grab ist nicht gestattet.

Beerdigung

Bei der Beerdigung müssen die Vorschriften der jüdischen Religion beachtet werden. Die Beerdigungszeremonie erfolgt nach jüdischem Ritus. Riten anderer Religionen sind am Neuen jüdischen Friedhof im Waldfriedhof nicht zulässig.

Eine Urnenbeisetzung ist mit Zustimmung des Rabbinats von Beth Shalom möglich.

Grabanlagen

Zulässig sind nur Einfach- und Doppelgräber sowie Gräber zur Erdbestattung von Urnen. Grabsteine, deren Inschriften und die gärtnerische Grabgestaltung müssen dem mit der Friedhofsverwaltung abgestimmten Gestaltungsplan des Neuen jüdischen Friedhofs im Waldfriedhof entsprechen. Der Grabstein darf nur jüdische Symbole wie Davidstern tragen. Symbole anderer Religionen sind nicht zulässig.

Gebühren

Zusätzlich zu den Gebühren, die in der Friedhofsgebührensatzung festgelegt sind, und zu den Kosten, die beim Städtischen Bestattungsdienst entstehen, sind für die Beerdigung die von Beth Shalom festgelegten Gebühren für die Vermittlung der Grabrechte, für die Tahara (Totenwäsche) und für die Beerdigungszeremonie zu entrichten sowie die direkten Auslagen der Gemeinde zu ersetzen.

Chuzpe folgt Tacheles nach

Seit dem 1. März gibt es jeden ersten Montag im Monat beim Münchner Lokalsender M 94,5 "Chuzpe", das junge jüdische Magazin aus München. Die Sendung setzt die Arbeit des jüdischen Magazins "Tacheles" fort, das bis Ende 1977 bei Radio Lora ausgestrahlt wurde.

Israelischer Tanz- & Klezmerabend

mit der Klezmerband "10 Seiten & 1 Bogen" und der Tanzgruppe Be’Yachad am 17. Mai im Anton-Fingerle-Zentrum (Schlierseestr. 47, MVV: Haltestelle Giesing) um 19 Uhr 30 (Einlaß 18 Uhr 30), Eintritt 15,- DM.

Karmiel-Tanzfestival
6. bis 13. Juli 1998

Das Israelische Tanzhaus e.V. München organisiert dieses Jahr eine Reise zum größten Tanzfestival in Israel. Es werden Aufführungen von allen Tanzrichtungen, festliche Eröffnungsfeier mit über 1000 Tänzern auf der Bühne und freies Tanzen bis zum Morgengrauen geboten. Im Reisepreis (DM 1.650) ist der Flug München - Tel Aviv, Übernachtungen im Kibbuz Parod (in der Nähe von Karmiel) und in Tel Aviv, sowie sämtliche Eintrittsgebühren zum Tanzfestival enthalten.

Auskunft: ITH, Tel. 089/724 14 45.

Kehillah Chadaschah besucht Or Chadasch in Zürich

Am Wochenende vor Simchat Torah, vom 9. bis 11. Oktober, fährt die Frankfurter Liberale Gemeinde Kehillah Chadaschah zur Liberalen Gemeinde Or Chadasch nach Zürich.

Vortrag von Rabbiner Magonet

Am Sonntag, den 24. Mai, um 16 Uhr spricht Rabbiner Professor Jonathan Magonet, Rektor des Leo Baeck College in London, im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Christen und Juden" im Evangelischen Forum München, Haus der Kirche, Herzog-Wilhelm-Straße 24, über "Das verlorene Paradies - Sündenfall und Erlösung aus der Sicht eines Rabbiners". Anmeldungen bitte unter Tel. 54 90 270.

30. Jüdisch-Christliche Bibelwoche

Vom 19. bis 26. Juli 1998 findet im Hedwig Dransfeld Haus in Bendorf/Rhein zum 30. mal die vom Leo Baeck College in London mit organisierte jährliche Jüdisch-Christliche Bibelwoche zu Hosea 2,21: "Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit." Anmeldeschluß: 10. Juni 1998

Auskunft und Anmeldungen: Frau Ute Stamm, Tel. 0 26 22/702 336, Fax 0 26 22/702 377

Lyriktagung auf dem Schwanberg

Eine Tagung "...bis das Schweigen zerbrach und dem Wort Einlaß gewährte." zur Lyrik von Nelly Sachs, Paul Celan und Else Lasker-Schüler veranstalten vom 22. bis 24. Mai auf dem Schloß Schwanberg die Comunität Casteller Ring (CCC) und die "Begegnung von Christen und Juden" (BCJ). Anmeldung: CCR, Tel. 0 93 23/3 21 61, Fax 0 93 23/3 21 16.

Vortragsreihe Zionismus/Israel

Die vom Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München, Professor Michael Brenner, veranstaltete Vortragsreihe "100 Jahre politischer Zionismus - 50 Jahre Staat Israel" wird im Sommersemester fortgesetzt:

Mittwoch, 13. Mai, 20 Uhr, Uni-Hörsaal 101, Professor Yehuda Bauer, Jerusalem, "Religiöse und säkulare Interpretationen der Shoah in Israel"

Donnerstag, 28. Mai, 20 Uhr, Carl-Orff-Saal. Gasteig, Professor Gershon Shaked, Jerusalem, "Jerusalem in hebräischer Literatur"

Sonntag, 14. Juni, 20 Uhr, Goethe-Institut, Dachauer Str. 122, Professor Dan Diner, Tel Aviv/Essen, "Zeitverständnis und kollektives Gedächtnis in Israel"

Mittwoch, 8. Juli, 20 Uhr, Uni-Hörsaal 101, Professor Gabriel Motzkin, Jerusalem, "Antiklerikalismus und Liberalismus im zionistischen Weltbild"

Herausforderung gesucht

Qualifizierter Bürokaufmann (2jährige Ausbildung in München; perf. Deutsch, Englisch, Russisch in Wort/Schrift; Windows 95, MS Office 97) sucht eine Herausforderung ab Mitte Juni 1998. Businessverbindungen in Osteuropa vorhanden. Bitte wenden Sie sich an Beth Shalom.

Schüleraustausch mit Leeds

Professor Geoffrey Cautor (Reformgemeinde Leeds) möchte seinen 15jährigen Sohn zu einer Familie in Deutschland schicken, die ein gleichaltriges Kind hat und an einem Austausch interessiert ist. Interessenten bitte bei Beth Shalom melden.

Au Pair aus England

Wenn Sie an einem jüdischen Au-Pair-Mädchen aus England für diesen Sommer interessiert sind, melden Sie sich bitte bei Beth Shalom

Vorstandssitzungen

finden, für Mitglieder öffentlich, am Montag, den 11. Mai, und am Montag, den 15. Juni, jeweils um 19.30 bei Cohen´s statt.

Termine für Jour fixe

Nutzen Sie die Gelegenheit, nette Leute zu treffen und nicht nur über jüdische Themen zu sprechen! Kommen Sie zum monatlichen Jour fixe von Beth Shalom in das modernisierte Restaurant Cohen´s (früher Maon) in der Theresienstr. 31 (Rückgeb.) ab 19 Uhr 30 jeweils am Donnerstag, den 21. Mai, 18. Juni und 16. Juli.

Jugendkonferenz Progressiver Juden

Vom 9. bis 13. September treffen sich junge Erwachsene aus progressiven jüdischen Gemeinden in Megeve, Frankreich, (im Gebirge in der Nähe von Genf). Das Thema wird das "Jubilee 2000" sein, eine von jungen Juden in Großbritannien initiierte internationale Kampagne, mit der - der jüdischen Tradition entsprechend - ein Schuldenerlaß für die ärmsten Länder gefordert wird, um jede Form der Knechtschaft zu beenden. Wer teilnehmen will, melde sich bitte bei Beth Shalom.

Das angekündigte Treffen junger Erwachsenen unserer Gemeinde findet nicht am 4. Mai, sondern am 11. Mai um 19 Uhr im Cafe Puck, Theresienstraße, statt. Zahlreiche Teilnahme ist erwünscht, es soll dem Kennenlernen sowie dem gemeinsamen Aufbau einer Gruppe dienen.

Unionsseminar in Arnoldshain

Das Wochenendseminar der Union progressiver Juden findet in diesem Jahr in Arnoldshain bei Frankfurt am Main vom 3. bis 5. Juli statt und bietet Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Mitgliedern anderer liberalen Gemeinden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Informationen bei Beth Shalom.

Hebräisch-Unterricht

Der Hebräisch-Unterricht findet jeden Dienstag von 20 Uhr 30 bis 22 Uhr in der Beth-Shalom-Synagoge statt.

Zusätzliche Gelegenheit dazu, sein Hebräisch aufzufrischen, bietet ein Beth-Shalom-Mitglied an. Er ist bereit, alle 6 bis 8 Wochen einen Ivrit-Gesprächskreis zu organisieren. Anmeldungen bei Beth Shalom.

Judentum-Kurs beendet das Studienjahr

Eine hervorragende Gelegenheit, das Judentum-Wissen zu vertiefen, ist der Kurs zur Geschichte und Kultur des Judentums in Deutschland, der mit zwei Vorträgen vorläufig abgeschlossen wird:

  • 9. Mai - Der jüdische Witz,

  • 20. Juni - Jüdische Musik im 20. Jahrhundert, jeweils um 16 Uhr in der Beth-Shalom-Synagoge.

Der Kurs wird im Herbst fortgesetzt. Bitte lassen Sie sich diese Gelegenheit zum gemeinsamen Lernen nicht entgehen! Informationen bekommen Sie bei Beth Shalom.

Jüdisches Tages-Sommercamp geplant

Beth Shalom will für Kinder in den ersten zwei Wochen in August ein jüdisches Tages-Sommercamp in München organisieren. Interessenten melden sich bitte bei Beth Shalom.

Erfahrener Jugendleiter kommt

Dan, der in Großbritannien bei Netzer (RSGB) aktiv als Jugendleiter tätig ist, wird vom Herbst 1998 bis Sommer 1999 in München studieren. Wir begrüßen Dan herzlich bei Beth Shalom und freuen uns, daß er bereit ist, unser Jugendprogramm zu entwickeln. Dan sucht noch nach einer Unterkunft (möbliertes Zimmer oder Studentenheim). Wer helfen kann, melde sich bitte bei Beth Shalom.

Elternabend der Religionsschule

Am Montag, den 4. Mai, um 19 Uhr, findet im Restaurant Cohen’s, Theresienstr. 31, ein Elternabend der Religionsschule von Beth Shalom statt. Unsere Religionslehrerin Dinah und Laura, die seit kurzem im Vorstand für den Religionsunterricht verantwortlich ist, stehen für Fragen zur Verfügung. Eingeladen sind auch Eltern, die ihre Kinder noch nicht zu unserem Religionsunterricht schicken, aber Interesse hierfür haben.

Wir feiern Lag b’Omer

Am Donnerstag, den 14. Mai, feiern wir von 18 Uhr 30 bis 20 Uhr 30 Lag b’Omer. Bitte bringen Sie genug Essen für Ihre Familie mit, für Getränke und Mash-Mellows zum Grillen sorgt Laura. Auskunft über Ort bei Beth Shalom.

Gedenken an die Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge

Remembering the Destruction of the Central Synagogue Munich


Die "kleine Torah" kehrt nach Deutschland zurück

Rabbiner Ordination

Jüdische Weisheit

Send an e-mailLiberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom e.V.
Postfach 750 566, 81335 München,
Tel. +49(0)89-7670-2711,
Fax +49(0)89-76702758


Mitglied der Union Progressiver Juden in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Mitglied der World Union for Progressive Judaism, assoziiert den Reform Synagogues of Great Britain

Konto 46 764 935 HypoVereinsbank München (BLZ 700 202 70)
eMail beth.shalom@liberale-juden.de Internet http://www.beth-shalom.de