Inzwischen sind seit der Zerstörung der Münchner Synagogen siebzig Jahre vergangen. Beth Shalom erinnerte daran mit einem Gedenkg'ttesdienst am 07.November 2008.


Im Rundbrief zum Juli-August 1998 / Tamus-Aw 5758 lag der Schwerpunkt auf dem Gedenken an die Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge. Diese war schon im Sommer 1938, also noch vor dem Novemberpogrom, zerstört worden.

Ihr Abriss gilt als "Probelauf" für die bereits geplanten Ausschreitungen, die dann im November 1938 (sog. "Kristallnacht") folgten.

Rabbiner Dr. Walter Jacob, Sohn des letzten liberalen Gemeinderabbiners von Augsburg, heute rabbinisches Oberhaupt von Beth Shalom, erinnert sich: "Der Abriß begann am 9. Juni; nach einigen Tagen war die 1887 errichtete liberale Synagoge in der Herzog-Max-Straße verschwunden.
Damit begann das Schlußkapitel der Naziverfolgung: Wenige Monate später wurden in der Pogromnacht auch die beiden kleineren, orthodoxen Synagogen Ohel Jacob und Reichenbachstraße zerstört, schließlich folgten die Deportationen in die Todeslager und die Ermordung der meisten Münchner Juden"... weiter: Sich erinnern und neu bauen...

Das Grußwort von Rabbiner Jacob gibt es auch auf English...

In einem Brief berichtet Dr. Emanuel Kirschner, der langjährige künstlerische Leiter der Hauptsynagoge, vom Abriss der Münchner Hauptsynagoge und vom letzten G'ttesdienst...

Ein Modell der Münchner Hauptsynagoge kann hier online besichtigt werden...

Hintergrundinformationen (extern):

Die Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße:
Städtebaulicher Akzent und Zeichen der jüdischen Emanzipation

Nachdem man zunächst daran gedacht hatte, für die stetig wachsende Gemeinde die bestehende Synagoge zu erweitern, war man von Seiten der Kultusgemeinde ab Mitte der 1860er Jahre entschlossen, eine neue große Synagoge zu bauen...

Die Einweihung der Münchner Hauptsynagoge:
Eine fürwahr erhebende Feier
Die Einweihung der neuen großen Synagoge an markanter Stelle der Stadt war für die Münchner Juden glanzvoller Höhepunkt einer Entwicklung, die vom Beginn des Jahrhunderts an in langsamen Schritten und mit mancherlei Rückschlägen schließlich zur völligen Gleichberechtigung der Deutschen jüdischen Glaubens mit ihren Landsleuten geführt hatte...

Haju Smanim:
Jüdisches Leben in München
Münchner Stadtgeschichte ist seit dem hohen Mittelalter über weite Strecken stets auch eine Geschichte der Juden in dieser Stadt. Soziale, kulturelle, ökonomische Entwicklungen, ja generelle monacensische Besonderheiten wurden vom jüdischen Bevölkerungsteil über Jahrhunderte mit beeinflußt und mitgestaltet...

Musikmeister der Münchner Hauptsynagoge:
Prof. Emanuel Kirschner et.al.
Viele Komponisten jüdischer Herkunft wuchsen Anfang des 20. Jahrhunderts ohne enge Beziehung zur Musik der Synagoge heran und erst in den 20er und endgültig 30er Jahren begann eine neue Generation von Musikern, vertreten durch Herbert Fromm und Heinrich Schalit, liturgische Musik, auch Orgelmusik für die Synagoge zu komponieren...

Aus den Erinnerungen von Heinz Landman:
Die Reichspogromnacht in Augsburg
In der Nacht vom 9-10 November 1938 erwachte ich um 5 Uhr morgens vom Geräusch der Türklingel. Die Tür zu meinem Schlafzimmer öffnete sich und zwei wildfremde Männer in Lodenmäntel standen mir gegenüber...

Das Jahr 1938:
Brutalisierung und Verzweiflung
Wie man den Monatsblättern des jüdischen Kulturbunds entnehmen kann, markierte das Jahr 1938 einen Wendepunkt für die Juden, die sich noch in Deutschland befanden, beinahe nur noch die Hälfte der einstigen Zahl. Die zurückgebliebenen ergriff allmählich eine verzweifelte Stimmung...

10-10-01

Gedenken an die Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge

Remembering the Destruction of the Central Synagogue Munich


Die "kleine Torah" kehrt nach Deutschland zurück

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