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2. Mai Jom ha-Schoah
(Beginn des Aufstandes im Warschauer Ghetto 27. Nissan 5703 (19.
4.1943)
Das Ghetto brennt. Brandwolken verdunkeln die ganze Stadt. Männer,
Frauen
und Kinder, die nicht bei lebendigem Leibe verbrennen, werden in Massen
umgebracht. Die Mündungen der Abwässerkanäle werden von deutschen
Posten
blockiert. Die Juden setzen sich verzweifelt zur Wehr und haben fast
tausend Feinde getötet. Sie setzen Fabriken und Magazine der deutschen
Kriegsindustrie in Brand.
Die polnische Bevölkerung bewundert den Geist
der
jüdischen Verteidigung. Viele Juden werden lebendigen Leibes verbrannt.
Tausende werden erschossen oder in die Lager gebracht. Ein paar Tausend
blieben in den unterirdischen Gängen und in den Magazinen des Ghettos.
Die
Magazine werden nach hartem Widerstand überwältigt Diejenigen, die
aus dem
Inferno flüchten, werden gefangen und erschossen. die jüdische
Kampforganisation bleibt im Ghetto. Während der heldenhafte Widerstand
sich
zu Ende neigt, hüllt sich die freie Welt, die Welt der Gerechtigkeit, in
Schweigen und Apathie.
Isaak I. Schwarzbach
(Aus: Homolka/Böckler, die Weisheit des Judentums, 19. April)
6. Mai (Schabbat Atzmaut) Rosch Chodesch Ijar
Kedoschim Schabbatanfang: 20:43 Schabbatende: 22:03
Wochenabschnitt: Levitikus 19,1-20,27 Maftir: Genesis 1,14-19
Haftara: Jesaja 66,10-23
Heiligkeit als doppelte Liebe.
Welche Aspekte birgt der Begriff "heilig" nicht alles? Ein
ganzes Kapitel
widmet sich einer Liste von Geboten und Verboten, die in Israel beachtet
werden sollen, damit es als "heilig" gilt. Einige von ihnen sind
ihrem
Wesen nach rituell, Bestimmungen, die uns helfen, unsere Identität zu
stärken und uns von Unreinheit abzusondern. Andere betreffen unsere
Einstellung gegenüber den Armen, den Fremden, den Behinderten und den
Alten. Zwei berühmte Verse erscheinen hier: "Liebe deinen Nächsten"
und
"Liebe den Fremden". Wenn man dies erreicht, dann erreicht man
Heiligkeit.
8. Mai Emor Schabbatanfang: 20:54 Schabbatende: 22:16
Wochenabschnitt: Levitikus 21,1-24,23
Haftara: Ezechiel 44,15-31
Heilige Tage.
Hier werden die heiligen Zeiten des Jahres genannt, einschließlich der
drei
großen Feste und der heiligen Tage, die später zu den Hohen Feiertagen
wurden. Die Aufzählung beginnt jedoch mit dem Schabbat, nicht nur, weil
er
regelmäßig jede Woche wiederkehrt, sondern auch, weil es die wichtigste
aller heiligen Zeiten ist. Immer wieder, angefangen im Buch Genesis, kommt
die Tora auf den Schabbat zu sprechen als die zentrale Säule der Religion
Israels. Den Schabbat zu beachten bringt Ruhe in die Sorgen des Alltags,
schafft eine Gleichheit aller, die ihn beachten und dient zum Zeugnis der
Existenz Gottes, des Schöpfers.
10. Mai Jom Ha-Azmaut
15. Mai Behar
Schabbatanfang: 21:04
Schabbatende: 22:29
Wochenabschnitt: Levitikus 25,1-26,2
Haftara: Jeremia 32,6-27
Heilige Zeiten.
Wie der Schabbat die Woche einteilt und abschließt, so gibt es etwas
Entsprechendes bei den Jahren. Jedes siebte Jahr, das Erlassjahr (Schemitta) entspricht dem wöchentlichen
Schabbat. Beim Schabbat geht es
um
einen Erlass der täglichen Routine. In ähnlicher Weise ist das das
Joveljahr (von dem hebräischen Wort Jowel), das 50. Jahr eine
Unterbrechung
(der Abschluss von 7 mal 7 Jahren). Die Schofarot werden geblasen und eine
doppelte Freiheit wird ausgerufen, für Sklaven und für das Eigentum.
Alles
kehrt zu seinem ursprünglichen Eigentümer zurück.
Das Land wird in seinen früheren Status gebracht.
22. Mai Bechukotaj
Schabbatanfang: 21:13
Schabbatende: 22:42
Wochenabschnitt: Levitkus 26,3-27,34
Haftara: Jeremia 16,19-17,14
Heilige Gesellschaft.
Eine wahrhaft egalitäre und utopische Gesellschaft wird hier entworfen.
Wenn die Israeliten das Land erreichen, soll es gleich aufgeteilt werden.
Jede Familie wird einen gleichen Anteil an Land erhalten. Wenn die Armut
jemanden dazu zwingen sollte, das Land zu verkaufen, wird es im 50. Jahr,
dem Jowel Jahr zu dem erbberechtigten Eigentümer zurückkehren. Ferner
werden jedes 7. Jahr alle Schulden vergeben. Auf diese Weise wird es keine
Armen und Reichen geben, sondern eine Gesellschaft von Gleichen. Das Land
darf im 7. Jahr nicht arbeiten als Symbol der Tatsache, das es allein Gott
gehört und nicht den Menschen. So schließt das dritte Buch der Tora, das
sich sonst so viel mit Ritualen und Opfern beschäftigt hat, mit der
Vision
einer vollkommenen Gesellschaft, das Ziel, das das Buch Exodus anstrebte.
23. Mai Lag Ba-Omer
29. Mai Bemidbar
Schabbatanfang: 21:13
Schabbatende: 22:42
Wochenabschnitt: Numeri 1,1-4,20
Haftara: Hosea 2,1-22
Zählung.
Schon immer haben Juden sich mit Zahlen beschäftigt. Das vierte Buch der
Tora erzählt nach der Unterbrechung durch das Buch Levitkus nun die Reise
der Israeliten durch die Wüste weiter. Zu Beginn wird festgestellt, wie
viele Israeliten in der Wüste waren, wie wieviele in jedem Stamm. Wie in
den meisten demographischen Studien hatten die Zahlen sicher ursprünglich
einen praktischen Zweck. Vielleicht sollten sie die Niederlassung im Land
Israel regeln. Sie führen zu einem Plan für die Lagerung der Stämme auf
verschiedenen Seiten des Stiftszeltes. Auch die Zahl der Erstgeborenen
wird
hier errechnet und da es mehr von ihnen gab als von den Leviten, mussten
sie diese im Dienst für Gott Die Zeremonie des Loskaufs der Erstgeborenen (Pidjon
ha-Ben) durch fünf Schekel an den Priester wird festgelegt.
(Inhaltsangaben der Wochenabschnitte in Anlehnung an Texte in
Seasons,
The Jewish Weekly Planner 1999-2000, Übers.: A. Böckler)
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