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Mit der Kampagne "Reform 200" wird an die Geburtsstunde des
progressiven
Judentums mit der vor 200 Jahren - im jüdischen Jahr 5561 (1800/1801) -
erfolgten Gründung der jüdischen Knabenschule in Seesen durch Israel
Jacobson erinnert.
Zahlreiche Aktionen der Union progressiver Juden in
Deutschland, Österreich und der Schweiz und ihrer Gemeinden machen die
jüdische Gemeinschaft und die Öffentlichkeit darauf aufmerksam, dass im
Deutschland des 19. Jahrhunderts die Wurzeln der wichtigsten jüdischen
Bewegungen der Gegenwart liegen: des liberalen, des konservativen und
des reform-orientierten Judentums sowie die moderne Orthodoxie und der
Zionismus. Gleichzeitig wird die lebendige kulturelle und religiöse
Vielfalt der jüdischen Gemeinschaft und ihrer Verwurzelung in
Deutschland sichtbar gemacht.
Im jüdischen Jahr 5761 (2000/2001) führen wir mit der Eröffnung des
Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam, der ersten deutschsprachigen
Rabbinerbildungsstätte nach der Schoa - die Aufgabe fort, die jüdische
Tradition mit den Anforderungen der Gegenwart zu verknüpfen. Damit
setzen wir das Wirken der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums
in Berlin und des Jüdisch-Theologischen Seminars in Breslau fort.
Das Abraham-Geiger-Kolleg wird durch die Ausbildung von Rabbinerinnen
und Rabbinern, Kantorinnen und Kantoren sowie Religionslehrerinnen und
-lehrern für die geistige Führung des in den letzten Jahren mit dem
Engagement Vieler eindrucksvoll wiederbelebten progressiven Judentums in
Mitteleuropa sorgen. Es
ist gleichzeitig ein Angebot an alle jüdischen Gemeinden im
deutschsprachigen Raum: Das Abraham-Geiger-Kolleg steht allen Jüdinnen
und Juden offen, die lernen wollen, um Verantwortung für die jüdische
Zukunft zu übernehmen. Schließlich ist die Gründung ein Signal der
Offenheit, Vielfalt und Dialogbereitschaft an die nichtjüdische Umwelt.
Gottes Segen möge auf dem Handeln der Lehrer, Studenten und Absolventen
des Abraham-Geiger-Kollegs ruhen!
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