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Zur Erinnerung:
Rabbiner A. Schindler

Chanukka 5761:
Ein Licht das immer größer wird

Chanukka bedeutet Einweihung. Diese Einweihung bezieht sich auf die Neueinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem nach der Überwindung der syrischen Herrscher durch Jehuda Maccabi.

Wir zünden jeden Tag ein neues Licht als Erinnerung an das Wunder, welches damals geschah: Reines Öl, das nur für einen Tag gereicht hätte, brannte acht Tage lang. 

Bedeutsam ist Chanukka für uns aber vor allem auf spiritueller Ebene: wir feiern dieses Fest nicht als Erinnerung an einen militärischen Sieg, sondern wir feiern das Wunder einer kleinen Gruppe von Menschen, die ihre Identität gegenüber einer Übermacht bewahren konnte. Seit über zweitausend Jahren ist dies unser Anliegen: als Minderheit leben zu können, kämpfend um die Bewahrung unserer eigenen Identität. 

Vielleicht schreibt uns deswegen die Tradition vor, jeden Tag ein zusätzliches Licht zu zünden: haben wir uns einmal für das Judentum entschieden, müssen wir diesen Weg immer weiter gehen. Jeden Tag kann Neues entdeckt werden; am Anfang kommt uns alles dunkel vor, aber langsam  kommt das Licht, wird blendend, schön und ermutigend. Ist das ein Wunder? Vielleicht. 

Ich möchte an dieser Stelle Theodor Herzl zitieren: „Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen“. Er meinte mit diesem Satz 1898 den jüdischen Staat - genau fünfzig Jahre später wurde er dann gegründet. Ein Wunder? Vielleicht - aber Menschen haben dieses Wunder verwirklicht. Das Judentum hat über zweitausend Jahre überlebt, trotz Verfolgung, Assimilation und Massenmord. Ein Wunder? Ja - weil sich Juden jedes Jahr neu für ihre Ideale entschieden haben. Jeder Tag ein Schritt. Möge sich unsere Gemeinde in diesem Jahr weiterhin ihren jüdischen Idealen widmen, der Widmung an ein jüdisches Leben in all seiner Vielfalt.

Rabbiner Edward van Voolen
Gemeinderabbiner Beth Shalom

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