Zum Andenken:
Rabbiner Alexander Schindler
Rabbiner Alexander Schindler ist am
15. November 2000 in Connecticut verstorben.
Geboren 1925 in München in die Familie
des jiddischen Dichters Eliezer Schindler mußte er als Zwölfjähriger bereits
die einschneidende Erfahrung der Flucht machen. Seiner Familie gelang es, nach
Amerika zu entkommen. Er kehrte als amerikanischer Soldat nach Deutschland zurück
und war Zeuge der Befreiung von Dachau.
Nach seiner Rückkehr in die Staaten nahm
er nach einem Universitätsstudium das Rabbinatsstudium am Hebrew Union College
auf und wurde 1953 ordiniert. Sein Weg führte über das Gemeinderabbinat in
Worcester und das Direktorat für Erziehungsfragen an der Union of American
Hebrew Congregations (UAHC) zu seiner Ernennung 1973 zum Präsidenten des UAHC.
Zuletzt diente Rabbiner Schindler als Präsident der Memorial Foundation for
Jewish Culture und als Vizepräsident des World Jewish Congress.
Rabbi Schindler erhielt zahlreiche Ehrendoktorwürden und in Israel wurden 500.000
Bäume im Schindler Forest vom Jewish National Fund gepflanzt.
Er zählte zu den Unterstützern der
progressiven Bewegung in Europa und war Ehrenmitglied der Jüdischen Gemeinde
Beth-Shalom, München.
Ohew Jisrael
Rabbiner Schindler sah das Judentum als
dynamischen Glauben an, der im Dialog mit der Tradition stattfindet.
Er forderte die volle Gleichberechtigung der Frauen im religiösen Leben ein. Er
war ein ausgesprochener Befürworter der Rechte von Schwulen und Lesben
innerhalb der Synagoge, bis hin zum Recht auf die rabbinische Ordination.
Seine Bemühungen um Menschen mit
Behinderungen führten ihn dazu, die Reformgemeinden anzuhalten, Hilfsmittel für
Hörgeschädigte und andere physisch Beeinträchtigte bereitzustellen.
Allen, die Rabbiner Schindler kannten,
ist seine liebenswürdige Art und sein intellekueller Scharfsinn in Erinnerung.
Rabbi Eric Yoffe, sein Nachfolger als Präsident des UAHC, beschreibt Alexander
Schindler folgendermaßen: Wir haben einen der Großen unserer Generation
verloren. Alex war ein Ohev Jisrael. Viele waren mit ihm nicht einer Meinung -
einige innerhalb der liberalen Bewegung, viele außerhalb. Aber alle, ob nun
liberal oder konservativ, orthodox oder chassidisch, liebten und verehrten ihn.
In seiner Gegenwart zu sein, war Freude, ihn sprechen zu hören, ein Vergnügen.
Seine Visionen brachten uns zu neuen Höhen und wir vermissen in schmerzlich.
Möge seine Seele eingebunden
sein
in den Bund des ewigen Lebens.
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