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Es gibt keine schlechten Fragen - nur schlechte Antworten. Judentum und
Fragestellungen sind untrennbar miteinander verbunden. Die Mischna - und darum
auch der Talmud - fängt mit einer Frage an: ab wann lesen wir das Sch'ma
Jisrael?
Auch der berühmte Bibelkommentator Raschi beginnt seinen Kommentar zum 1.
Buch Mose mit der Frage, warum die Bibel mit der Weltschöpfung anfängt und
nicht mit demjenigen Abschnitt im 2. Buch, welcher ein zentrales Gebot für
Israel enthält.
Fragen im Judentum: nicht nur intelligente, sondern auch einfache, denn wer
entscheidet, was schwierig und was einfach ist? Alle Fragen sind berechtigt!
Auch und insbesondere die Fragen der Kinder!
An unserem populärsten Feiertag, Pessach, wird die Frage gestellt: Mah
nischtana - worin unterscheidet sich...? Kinder stellen Fragen, und ein jedes
erhält seine Antwort in der ihm eigenen Sprache, die es versteht. Judentum und
Pessach verbinden sich seit langem schon an diesem Fest zur Pädagogik, bevor es
diese als Disziplin gab.
Meine Gemeinde stellt mir als Rabbiner viele Fragen: das freut mich, zeigt
es, dass man lernen möchte und es auch tut. Ob in den Schiurim oder im
Gottesdienst: man fragt, man beteiligt sich, man lernt. Eine lebendige
Gemeinschaft, die sich wirklich engagiert. Gerade dazu laden wir auch ein, und
dies nicht nur an Pessach.
Elu ve-elu d'varim Elohim chajim - alle Meinungen sind Worte des lebendigen
Gottes! Im Vertrauen auf schalom für Israel und für die ganze Menschheit:
frohe Feiertage - gut Purim und chag sameach - wie man früher zu Pessach in
deutsch-jüdisch sagte: Bau gut!
Rabbiner Edward van Voolen
Gemeinderabbiner Beth Shalom
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