Das allmählich zu Ende gehende jüdische Jahr 5761 hat
für Beth Shalom gleich zwei entscheidende Einschnitte gebracht: den Verlust der
Synagogenräume in der HH und den Weggang von Rabbiner
Edward van Voolen.
Es ist ein Zeichen der Stabilität unserer Gemeinde, dass
trotzdem alle unsere Aktivitäten weiter geführt werden. Für die Hohen
Feiertage konnten wir Rabbiner Walter Rothschild aus Berlin verpflichten, mit
Besuchen von Gastrabbinern und Rabbinerstudenten werden wir die Zeit
überbrücken, bis wir einen neuen Rabbiner gefunden haben. Dank der Kenntnisse,
die uns Rabbiner van Voolen vermittelt hat, ist eine Reihe unserer Mitglieder
auch in der Lage, Gottesdienste eigenständig durchzuführen was sie bereits
erfolgreich unter Beweis gestellt haben.
Der Gastfreundschaft von Freunden ist es zu verdanken, dass
wir einen Platz gefunden haben, wo wir mit unseren Gemeindeaktivitäten
willkommen sind. Dafür sind wir dankbar; doch sicher auch für unsere
Gastgeber verständlich ist es unser Wunsch, endlich eigene, wenn möglich
zentral gelegene Räume zu haben. Die Landeshauptstadt München hat sich zwar
bereit erklärt, für uns nach einer Unterbringungsmöglichkeit zu suchen, doch
bisher ohne Erfolg. Wir haben auch die Evangelische und die Katholische Kirche
in München um Hilfe gebeten und werden uns an weitere Institutionen oder
Organisationen wenden. Parallel wollen wir das finanzielle Wagnis eingehen, auf
dem freien Wohnungsmarkt nach Räumen zu suchen.
Wir sind auch zuversichtlich, dass unsere Verhandlungen mit
dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern zu einer
Gleichstellung von Beth Shalom mit den anderen jüdischen Gemeinden führen
werden. Die bayerische Staatsregierung hat gegenüber der Union progressiver
Juden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bestätigt, dass die
Leistungen aus dem mit dem Landesverband geschlossenen Staatsvertrag für alle
jüdische Gemeinden in Bayern bestimmt sind.
Wichtig ist dabei, dass Beth Shalom als ein aktives Glied in
die weltweite liberale Gemeinschaft eingegliedert ist. Nicht erst die Tagung der
World Union for Progressive Judaismus in Washington hat bestätigt, dass wir ein
geachteter Partner der internationalen liberalen Bewegung sind.
Wir können also mit Zuversicht in das Jahr 5762 blicken. Die
wichtigste Stütze unserer Gemeinde bleibt dabei das aktive Engagement unserer
Mitglieder.
Der Vorstand