Rundbrief März – Mai 2003
Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom
Adar - Ijjar 5763

 

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Nachruf auf Dr. Werner Simon sel. A.

Am 8. Februar verstarb unser Gemeindemitglied Dr. Werner Simon im Alter von 83 Jahren. Er wurde im jüdischen Teil des Waldfriedhofs in München beigesetzt.

Werner Simon war einer der wenigen Mitglieder unserer Gemeinde, die jüdisches Leben im Vorkriegsdeutschland bewusst erlebten und tief verwurzelt in dieser Tradition aufwuchsen. Er konnte gut zuhören und vermitteln, war sensibel für die Bedürfnisse anderer und hatte immer ein offenes Ohr. Im Umgang mit seinen eigenen Leiden und bei Schwierigkeiten anderer blieb er ruhig, ausgeglichen und rational. Er war vielen ein guter und zuverlässiger Freund.

Simon Werner wuchs in Berlin als einziges Kind eines Textilhändlers in orthodoxer Tradition auf. Glühender Zionist, der Werner Simon damals war, überzeugte er seine Familie, 1935 nach Israel auszuwandern. Vater und Sohn lernten für die Aliya den Maurer-Beruf, doch schon bald wurde der Vater arbeitsunfähig und Werner Simon musste durch seine Arbeit am Bau die Familie ernähren. Fast zehn Jahre kämpfte er in der englischen Armee und in der Hagana für Israel. Nebenher absolvierte er ein Fernstudium in Psychologie.

Des Kämpfens müde kehrte er nach Europa zurück, beendete in Wien sein Psychologiestudium und heiratete. Nach einem Aufenthalt in Kanada sowie der Promotion und einer Berufstätigkeit in Wien, kam Simon Werner in den 60er Jahren zu Radio Free Europe nach München. Die Zeit war für ihn nicht einfach, da er an Krebs erkrankte und seine Ehe geschieden wurde.

Seine zweite Ehefrau arbeitete in Wien als Juristin, er weiterhin bei dem Rundfunksender in München. Als Sohn Michael geboren wurde,
entschied sich Werner Simon zur Frühpensio-nierung und wurde in Wien „Hausmann“, um seiner Frau die Karriere zu ermöglichen. Erst als Michael alt genug war, kehrte Werner Simon nach München zurück. Hier fühlte er sich in der Loge zu Hause und fand später auch in der liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom Freunde.

Werner Simon betrachtete sich selbst als Freigeist und Rationalist, mit der Religion seiner Jugend konnte er wenig anfangen. Dennoch bewegte er sich im Alter zurück zu seinen Wurzeln. Er wurde aktives und ob seiner Erfahrung und Abgeklärtheit geschätztes Mitglied von Beth Shalom. Bis zuletzt war ihm die aktive Teilnahme am Leben und am Gemeindeleben möglich.

An seinem letzten Gottesdienstbesuch im Januar 2003 freute er sich bei der Lesung der Parascha Beschalach Schemot 17:11-12: „Und es geschah so wie Mosche seine Hand hob obsiegte Israel und so wie er seine Hand ruhen ließ, obsiegte Amalek... Und Aaron und Hur fassten seine Hände, hier einer und dort einer, und seine Hände blieben aufrecht bis zum Sonnenuntergang“, dass er genau von dieser Szene eine Chagallzeichnung besaß.

Möge seine Seele gebündelt sein
in den Bund des ewigen Lebens.

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Gedenken an die Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge

Remembering the Destruction of the Central Synagogue Munich

Rabbiner Ordination

Die "kleine Torah" kehrt nach Deutschland zurück

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Mitglied der Union Progressiver Juden in Deutschland
Mitglied der World Union for Progressive Judaism, assoziiert den Reform Synagogues of Great Britain

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