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Eine kleine Zwischenbilanz
Seit Chanukka gibt es nun auch Jung und Jüdisch
in München. Die Bilanz der ersten Monate kann sich sehen lassen. Den Auftakt
bildete das Deutschlandtreffen im letzten Jahr. Namhafte Referenten, darunter
auch Hildegard Hamm-Brücher haben zu einer gelungen Veranstaltung mit rund 80
Teilnehmern beigetragen.
In der Bilanz kann ebenfalls auf der Habenseite
ein gemeinsamer Pessachseder (mit eigener Haggada), der Besuch des
Deutschlandtreffens in Berlin, der erste von Jung und Jüdisch geleitete
Gottesdienst, eine Dreitagesfahrt nach Prag (siehe Bild) und ein Sommerfest an
der Isar verbucht werden. Die Gruppe, die für 18- bis 35-jährige Juden aus
München offen ist, trifft sich inzwischen 14-tägig, oft nur auf ein Bier oder
einen Wein.
Die religiöse Heimat ist für viele Mitglieder von
Jung und Jüdisch München eindeutig Beth Shalom. Es gibt aber auch gute
Beziehungen zu Mitgliedern der anderen Synagogen und zu jungen Juden, für die
Religion keine oder nur eine kleine Rolle spielt.
Allein bis zum Jahresende wird der Kalender von
Jung und Jüdisch mit Aktivitäten gut gefüllt sein. Am 24.Oktober ist der nächste
Gottesdienst, den Jung und Jüdisch leiten wird, davor steht der Besuch des
Oktoberfestes natürlich auf der Agenda, zu Sukkot und Chanukka sind eigene
Veranstaltungen geplant, und einmal treffen sich Mitglieder von Jung und Jüdisch
München noch mit anderen Jung und Jüdischlern aus ganz Deutschland.
Wer informiert sein will, kann sich über
jung-juedisch-muc@gmx.de
in den Verteiler eintragen lassen. Oder einfach beim nächsten Synagogenbesuch
einen von uns ansprechen. Im Internet sind wir unter:
www.jungundjuedisch.de zu
finden.
Adrian
Spende
Dr. Simon Werner sel. A. hat Beth Shalom in
seinem Testament bedacht und 5.000 € vermacht. Wir sind ihm dafür sehr dankbar.
Ein Freund von Dr. Werner hat zudem aus dessen Nachlass 500 € gespendet. Vielen
Dank.
Gottesdienst mit
Jung und Jüdisch
Ihren ersten Gottesdienst zu Erew Schabbat hat
die Gruppe Jung & Jüdisch (J&J) München in der Beth Shalom-Synagoge am 27. Juni
geleitet. Schade, dass nur wenige Gemeindemitglieder den gut vorbereiteten und
durch einige neuen Melodien begleiteten Auftritt am „rabbinerfreien“ Wochenende
besucht haben. Die nächste Gelegenheit das J&J-Gottesdienst-Team live zu
erleben, kommt im Herbst beim Erew-Schabbat-Gottesdienst am 24. Oktober.
Jan
Kultur
Für die Wintermonate von Dezember bis März möchte
Beth Shalom einmal im Monat einen Kulturabend anbieten, wobei Mitglieder der
Gemeinde die Gestaltung übernehmen. Den Aktivitäten sind keine Grenzen gesetzt:
gemeinsames Kochen und Essen, Probe mit koscherem Wein, Vorträge, Dia-Show,
Film, Tanzen, usw., usw. Zu den Kulturabenden in der Synagoge sind auch Freunde
und Bekannte herzlich eingeladen.
Kinderbetreuung
Susanne hat während der letzten
Schabbat-Gottesdienste eine Spielecke für Kinder eingerichtet, eine Geschichte
gelesen, etwas gespielt, ein bisschen gebastelt. Dafür vielen Dank! Ihr Wunsch
ist, dass noch mehr Kinder kommen und sich auch andere Erwachsene um unsere
Kleinsten kümmern.
Zum Aufwand: Es reicht nicht ganz, nur da zu
sein, weil sich die Kinder zum Teil nicht kennen und je nach Temperament eine
längere Anlaufzeit brauchen, um mit den jeweils anderen warm zu werden. Möglich
ist, aus einem Kinderbuch zum Judentum vorzulesen oder einfache Spiele zu
machen. Bei schönem Wetter ist zudem ein Miniausflug zum Spielplatz denkbar.
Bitte Kontakt mit
Susanne aufnehmen.
Zwei Hochzeiten und ein Babynaming
10. Mai Erster Gottesdienst in unserer
Synagoge. Der Toraschrein steht, aber sonst sind die Räume leer, es gibt auch
noch keine Stühle. Aber die Freude ist riesig!
11. Mai Unsere Gemeinde kann man durchaus
umzugserprobt nennen. Aber diesmal ist es etwas anderes: Sie zieht zum ersten
Mal in Räume, die ihr selbst „gehören“. Ausräumen der HH ist angesagt.
Aber was ist das? Polizisten sperren die Straße großräumig ab. Etwa wegen uns?
Nein, das Deutsche Museum feiert Jubiläum und just zum Zeitpunkt, zu dem die
vielen Helfer kommen wollen, wälzt sich der Festumzug durch das Stadtviertel.
Die Beth Schlomniks lernen in letzter Minute, auf welchen verschlungenen Pfaden
sie die alten Synagogenräume erreichen können. Noch einmal Putzen, da wird einem
ganz wehmütig.
25. Mai Der große Tag von Ines und Eike.
Nach mehr als 20-jähriger ziviler Ehe treten sie unter die Chuppa. Massel tov!
Eike selbst und viele andere haben in den letzten Wochen kräftig Hand bei der
Möblierung angelegt. Während der Gebetsraum schon ziemlich vollständig ist, wird
nun auch der andere schön wohnlich. Es ist ein wunderschönes Fest – danke dafür!
– und alle, die sich in der Gemeinde für den Abwasch zuständig fühlen, atmen
auf: Wir haben jetzt sogar eine Spülmaschine!
5. Juni Nach dem Gottesdienst am Erew
Shawuot Tikkun Lejl Shawuot, die „lange Nacht des Lernens“: Auch in diesem Jahr
halten Gemeindemitglieder interessante Referate. Der Rabbi und seine Tochter
nutzen den einen Raum und schlagen Zelte auf. Ein etwas ungewohnter Anblick für
die Gottesdienstbesucher am nächsten Morgen.
27. Juni Jung und Jüdisch übernimmt zum
ersten Mal die Gestaltung eines Gottesdiensts. (Mehr dazu in „Gottesdienst mit
J&J“.)
19. Juli Wir haben ein neues
Gemeindemitglied und feiern miteinander die Namensgebung von Batya, Tochter von
Nissim und Shmuel und Schwester von Noah und Leah. Geboren wurde Batya am 31.
März 2003. Massel tov!
20. Juli Es geht weiter mit den Festen:
Laura und Simione aus Genua haben Chuppa. Rabbiner van Voolen vollzieht die
Zeremonie, Avital aus Berlin und der Chor von Beth Shalom rühren mit dem Gesang
Brautpaar und Gäste zu Tränen, die Vielsprachigkeit zeigt erneut die
Lebendigkeit unserer Gemeinde. Laura schrieb danach in ihrem langen Brief unter
anderem: „Dankeschön an alle, die da waren. Jeder Einzelne hat diese Hochzeit
zu dem gemacht, was sie geworden ist. Wir haben uns geliebt gefühlt und es war
eine fantastische Freude für uns beide. Wir bleiben mehr denn je Mitglieder
dieser unseren Gemeinde und sehnen uns schon danach, wieder in eurer Mitte
tatkräftig mitzumachen!“ Auch Laura und Simione besten Dank und massel tov!
In unseren neuen Räumen haben mittlerweile nicht
nur die Gottesdienste einen schönen Rahmen, hier lernen auch die Kinder, trifft
sich Jung und Jüdisch München, probt der Chor, konnte man koscheren Wein
verkosten und während des Schabbat-Brunchs miteinander reden. Was haben wir
eigentlich ohne die Räume gemacht? Danke an alle Helfer und Spender! Es war viel
zu tun und zu besorgen – es ist gut gelungen!
Spenden sind übrigens weiterhin sehr willkommen:
Konto-Nr. 46 764 935, HypoVereinsbank München, BLZ 700 202 70.
Ilse
Schily würdigt progressives Judentum
In Anwesenheit von Bundesinnenminister Otto
Schily beging die Weltunion für progressives Judentum am 10. Juli das 75-jährige
Jubiläum ihrer ersten Konferenz, die in Berlin stattfand. Zwei Jahre nach ihrer
Gründung sei die Weltunion 1928 mit Repräsentanten aus aller Welt dorthin
gekommen, wo das liberale Judentum einmal seinen Anfang genommen und die
lebendige Ausprägung gefunden habe, sagte Schily bei seiner Ansprache.
„Leider liegt zwischen diesem Jahr und der Gegenwart die finstere Zeit des
Nationalsozialismus, durch den die blühende jüdische Kultur ausgelöscht wurde.
Ich werte die Wahl von Berlin als Veranstaltungsort daher als ein bedeutendes
Zeichen dafür, dass die jüdische Gemeinschaft wieder zu einem lebendigen, festen
Bestandteil des kulturellen und religiösen Lebens in Deutschland geworden ist.“
Zur Weltunion für progressives Judentum zählt
seit 1997 auch die Union progressiver Juden in Deutschland. Zu ihr gehören zwölf
Gemeinden, unter anderem Beth Shalom, sowie das Abraham-Geiger-Kolleg, das
einzige liberale Rabbinerseminar auf dem europäischen Kontinent; es wurde 1999
mit Unterstützung der Bundesregierung gegründet.
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