Rundbrief September - Oktober 2003
Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom
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Toravorhang kehrt
nach München zurück

Ein Parochet (Toravorhang) der von Münchner Juden gegründeten Gemeinde Beth Hillel in New York wird in der Beth-Shalom-Synagoge einen neuen Ehrenplatz bekommen.

Gerettet wurde diese kostbare Textilie von Rabbiner Walter Rothschild und seiner Frau Jacqueline, die sie auf einem Berliner Flohmarkt entdeckten, gekauft, gereinigt, repariert und Beth Shalom als „Dauerleihgabe“ überlassen haben.

Der Thoravorhang wurde zur Ehren der „Rebbetzin“ Jenny Baerwald, der Ehefrau des früheren Münchner Oberrabbiners Leo Baerwald, gestiftet. Die Gemeinde Beth Hillel wurde 1939 in Washington Heights im Norden Manhattans von jüdischen Flüchtlingen aus München gegründet, die vor dem NS-Terror in die USA entkommen konnten.

Unter Leitung von Rabbiner Baerwald wurde dort die liberale süddeutsche jüdische Tradition weiter gepflegt. Beth Hillel wuchs von 200 auf 750 Familien an und konnte 1950 eigene Gebäude für die Synagoge und ein Gemeindezentrum erwerben.

Seit den 60er Jahren zogen immer mehr Familien, die der Gemeinde angehörten, in New Yorks Vorstädte um. Am 1. April 2000 wurde bei Beth Hillel der letzte Gottesdienst gefeiert, Ende 2000 wurde die Gemeinde aufgelöst.

Der nun wiederentdeckte Parochet wird für Beth Shalom ein Symbol der Kontinuität und der Erneuerung sein: Wir wollen die Tradition lebendig halten, die von der liberalen jüdischen Liturgie der Münchner Hauptsynagoge ausging und – zum Beispiel durch die religiöse Gleichstellung von Frauen und Männern – weiterentwickelt wurde.

Jan

Gedenken an die Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge

Remembering the Destruction of the Central Synagogue Munich


Die "kleine Torah" kehrt nach Deutschland zurück

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