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Toravorhang kehrt
nach München zurück
Ein Parochet (Toravorhang) der von Münchner
Juden gegründeten Gemeinde Beth Hillel in New York wird in der
Beth-Shalom-Synagoge einen neuen Ehrenplatz bekommen.
Gerettet wurde diese kostbare Textilie von
Rabbiner Walter Rothschild und seiner Frau Jacqueline, die sie auf einem
Berliner Flohmarkt entdeckten, gekauft, gereinigt, repariert und Beth Shalom als
„Dauerleihgabe“ überlassen haben.
Der Thoravorhang wurde zur Ehren der „Rebbetzin“
Jenny Baerwald, der Ehefrau des früheren Münchner Oberrabbiners Leo Baerwald,
gestiftet. Die Gemeinde Beth Hillel wurde 1939 in Washington Heights im Norden
Manhattans von jüdischen Flüchtlingen aus München gegründet, die vor dem
NS-Terror in die USA entkommen konnten.
Unter Leitung von Rabbiner Baerwald wurde dort
die liberale süddeutsche jüdische Tradition weiter gepflegt. Beth Hillel wuchs
von 200 auf 750 Familien an und konnte 1950 eigene Gebäude für die Synagoge und
ein Gemeindezentrum erwerben.
Seit den 60er Jahren zogen immer mehr Familien,
die der Gemeinde angehörten, in New Yorks Vorstädte um. Am 1. April 2000 wurde
bei Beth Hillel der letzte Gottesdienst gefeiert, Ende 2000 wurde die Gemeinde
aufgelöst.
Der nun wiederentdeckte Parochet wird für Beth
Shalom ein Symbol der Kontinuität und der Erneuerung sein: Wir wollen die
Tradition lebendig halten, die von der liberalen jüdischen Liturgie der
Münchner Hauptsynagoge ausging und
– zum Beispiel durch die religiöse Gleichstellung von Frauen und Männern –
weiterentwickelt wurde.
Jan |