Rundbrief
Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom
März – April 2004 • 5764 Schewat-Iar
 

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Umzug:
Wir sind jetzt soweit

Rabbiner Walter Rothschild

Wir sind jetzt soweit: Die neuen Räume sind vorhanden, fast fertig und feierlich eröffnet. Unser Einweihungsfest war sehr schön und bekam gute Resonanz in der Presse – sogar im "Jüdischen Europa" und in der "Allgemeinen". Wir haben jetzt einen eigenen Gebetsraum, einen Raum für Geselligkeiten, eine Küche, Regale mit Büchern, ein kleines Büro, eine Garderobe und mehr – alles dank der mühevollen Arbeit und der Opferbereitschaft vieler Mitglieder. Aber jetzt – was kommt jetzt?

Jetzt kommt der Arbeit. Jetzt müssen wir diese Möglichkeiten richtig nutzen. Von anderen Quellen können wir, trotz wiederholter Versprechungen, relativ wenig erwarten. Aber selbst dann, wenn wir wirklich Hilfe bekämen, würde es nur finanzielle Hilfe sein. Und eigentlich brauchen wir spirituelle Hilfe. Um besser ausgebildete Juden, selbstbewusste Juden, aktive Juden, bessere Juden zu sein.

Nur in Deutschland scheinen einige Gemeinden zu glauben, dass Geld alles Weitere ersetzen kann. Alle anderen jüdischen Gemeinden weltweit verstehen, dass Kraft aus einer Gemeinde kommt. Die Mitglieder selbst müssen mehr tun –  häufiger Gottesdienste besuchen und organisieren, häufiger an dem Unterricht teilnehmen, sich mehr fortbilden und mehr Gemeindeaktivitäten übernehmen. Mehr lernen und mehr beten und mehr tun.

Sonst hätten wir schöne (aber teure) Gemeinderäume ohne eine Gemeinde, die Leben in diese Räume bringen soll. Leere Räume sind zwar hübsch und bleiben relativ sauber. Aber wofür braucht man schöne leere Räume? Eine Gemeinde ist mehr als Stühle und Garderobe, Küche und Regale. Eine Gemeinde sind Menschen. Menschen, die gemeinsam beten, lernen und feiern wollen.

Dieser Rundbrief umfasst einen längeren Zeitraum – ich will daher nicht über spezielle Themen wie Purim oder Pessach schreiben. Ich denke mehr an die normalen Schabbatot zwischen den großen Festen, an die normalen Kidduschim, an die normalen Gemeindeaktivitäten. Ich denke an die Schiurim, an den Unterricht für die Kinder, an die Kulturabende und mehr. Ich hoffe, wir können bald an jedem Wochenende etwas anbieten – ob Gottesdienste für Kinder, einen "Torah-Brunch", Aktivitäten von "Jung und Jüdisch", eine Jugendgruppe, eine "Mutter-und-Toddler-Gruppe" oder Ähnliches.

Jetzt, da die lange Suche, der Umbau und die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind, wünsche ich für die kommenden Monate, dass wir noch mehr Mitglieder für noch mehr Aktivitäten und Initiativen gewinnen können!

Schalom, Rabbiner Walter Rothschild

Gedenken an die Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge

Remembering the Destruction of the Central Synagogue Munich


Die "kleine Torah" kehrt nach Deutschland zurück

Rabbiner Ordination

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