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Umzug:
Wir sind jetzt soweitRabbiner Walter Rothschild
Wir sind
jetzt soweit: Die neuen Räume sind vorhanden, fast fertig und feierlich
eröffnet. Unser Einweihungsfest war sehr schön und bekam gute Resonanz in der
Presse – sogar im "Jüdischen Europa" und in der "Allgemeinen". Wir haben jetzt
einen eigenen Gebetsraum, einen Raum für Geselligkeiten, eine Küche, Regale mit
Büchern, ein kleines Büro, eine Garderobe und mehr – alles dank der mühevollen
Arbeit und der Opferbereitschaft vieler Mitglieder. Aber jetzt – was kommt
jetzt?
Jetzt
kommt der Arbeit. Jetzt müssen wir diese Möglichkeiten richtig nutzen. Von
anderen Quellen können wir, trotz wiederholter Versprechungen, relativ wenig
erwarten. Aber selbst dann, wenn wir wirklich Hilfe bekämen, würde es nur
finanzielle Hilfe sein. Und eigentlich brauchen wir spirituelle Hilfe. Um besser
ausgebildete Juden, selbstbewusste Juden, aktive Juden, bessere Juden zu sein.
Nur in
Deutschland scheinen einige Gemeinden zu glauben, dass Geld alles Weitere
ersetzen kann. Alle anderen jüdischen Gemeinden weltweit verstehen, dass Kraft
aus einer Gemeinde kommt. Die Mitglieder selbst müssen mehr tun – häufiger
Gottesdienste besuchen und organisieren, häufiger an dem Unterricht teilnehmen,
sich mehr fortbilden und mehr Gemeindeaktivitäten übernehmen. Mehr lernen und
mehr beten und mehr tun.
Sonst
hätten wir schöne (aber teure) Gemeinderäume ohne eine Gemeinde, die Leben in
diese Räume bringen soll. Leere Räume sind zwar hübsch und bleiben relativ
sauber. Aber wofür braucht man schöne leere Räume? Eine Gemeinde ist mehr als
Stühle und Garderobe, Küche und Regale. Eine Gemeinde sind Menschen. Menschen,
die gemeinsam beten, lernen und feiern wollen.
Dieser
Rundbrief umfasst einen längeren Zeitraum – ich will daher nicht über spezielle
Themen wie Purim oder Pessach schreiben. Ich denke mehr an die normalen
Schabbatot zwischen den großen Festen, an die normalen Kidduschim, an die
normalen Gemeindeaktivitäten. Ich denke an die Schiurim, an den Unterricht für
die Kinder, an die Kulturabende und mehr. Ich hoffe, wir können bald an jedem
Wochenende etwas anbieten – ob Gottesdienste für Kinder, einen "Torah-Brunch",
Aktivitäten von "Jung und Jüdisch", eine Jugendgruppe, eine "Mutter-und-Toddler-Gruppe"
oder Ähnliches.
Jetzt, da
die lange Suche, der Umbau und die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind,
wünsche ich für die kommenden Monate, dass wir noch mehr Mitglieder für noch
mehr Aktivitäten und Initiativen gewinnen können!
Schalom, Rabbiner Walter Rothschild |